"Es ist meine Überzeugung"Von der Leyen kommt eigenen Fachleuten zuvor und will Social-Media-Verbot

Bevor sich ihre Jugendschutz-Expert*innen dazu äußern können, fordert Ursula von der Leyen ein Social-Media-Verbot für Minderjährige plus Alterskontrollen. Unsere Analyse zeigt: Die Kommissionspräsidentin folgt dem Playbook der australischen Regierung.

  • Sebastian Meineck
Ursula von der Leyen hebt den Zeigefinger
Ursula von der Leyen: Kinder sollten "mit echten Freunden spielen". – Alle Rechte vorbehalten: IMAGO / Ritzau Scanpix; Bearbeitung: netzpolitik.org

In der seit Monaten laufenden Debatte um ein Social-Media-Verbot für Minderjährige hat Ursula von der Leyen (CDU) den Druck auf das von ihr einberufene Expert*innen-Gremium erhöht. In ihrer Rede auf dem Europäischen Gipfel zu künstlicher Intelligenz und Kindern in Kopenhagen sprach sie sich einmal mehr für ein solches Verbot aus. Zum Einsatz kommen soll dafür die geplante Alterskontroll-App der EU.

Im Vorfeld hatten mehrere EU-Staats- und Regierungschef*innen der Kommissionspräsidentin Druck gemacht, allen voran der französische Präsident Emmanuel Macron.

Die heutigen Äußerungen von Ursula von der Leyen sind ein Wink mit dem Zaunpfahl an das von der EU-Kommission selbst einberufene Gremium aus Fachleuten für Kinder- und Jugendschutz im Netz. Sie sollen bis zum Sommer Empfehlungen vorlegen. Nun dürfte den Expert*innen bewusst sein, dass die EU-Kommission dabei eine klare Erwartungshaltung hat.

Eine Überzeugung, die nichts vorwegnehmen soll

Konkret sagt von der Leyen:

Ohne Ergebnisse des Gremiums vorwegzunehmen: Es ist meine Überzeugung, dass wir einen zeitlichen Aufschub für soziale Medien in Betracht ziehen müssen. Je nachdem, wie die Ergebnisse ausfallen, könnten wir diesen Sommer einen Vorschlag für einen Rechtsakt vorlegen.

Zwei Aspekte fallen bei diesem Zitat ins Auge. Erstens: Die Kommissionspräsidentin nimmt klar Einfluss auf die Arbeit des Gremiums, auch wenn sie das mit dem vorangestellten Satz relativiert. Mit Blick auf ein Social-Media-Verbot für Minderjährige spricht sie von „Überzeugung“ und „müssen“. Dadurch macht sie klar: Falls die Expert*innen etwas anderes empfehlen, müssten sie ihr unmittelbar in die Parade fahren.

Zweitens: Von der Leyen spricht nicht von einem Verbot, sondern von einem „zeitlichen Aufschub“. In der englischen Fassung der Rede steht: „delay“. Diese Formulierung ist ein Euphemismus, also ein sprachliches Stilmittel zur Beschönigung. „Aufschub“ klingt weniger hart als „Verbot für Minderjährige“ – auch wenn es auf dasselbe hinausläuft.

Der Euphemismus ist jedoch keine Erfindung der Kommissionspräsidentin oder ihres Teams. Er stammt direkt aus der Kommunikations-Strategie der australischen Regierung, die von der Leyen in ihrer Rede als „Pionier“ bezeichnet. So schreibt die australische Aufsichtsbehörde am 10. Dezember 2025, als das australische Social-Media-Verbot in Kraft trat: „Es ist kein Verbot, es ist ein Aufschub, wann man Accounts haben darf.“

Emotionen statt Fakten

Die damalige Situation in Australien ist vergleichbar mit der in der EU. Während die Regierung auf ein Social-Media-Verbot mit Alterskontrollen drängt, warnen Fachleute aus den Bereichen Jugendschutz, Medienpädagogik, Bürgerrechte, Datenschutz und IT-Sicherheit eindringlich davor. Die Argumente australischer und europäischer Expert*innen sind im Kern die gleichen. Hier wie dort sprechen sich auch betroffene Jugendliche vehement gegen ein Verbot aus – zuletzt rund 30 europäische Jugendverbände. Die Reaktionen der Verbots-Befürworter*innen ähneln sich ebenso: strategische Kommunikation statt stichhaltige Argumente.

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Besonders anschaulich macht das eine weitere Formulierung, die Ursula von der Leyen aus dem australischen Diskurs übernimmt. In ihrer Rede sagt sie: „Geben wir den Kindern die Kindheit zurück.“ In die gleiche Kerbe schlug die australische Kampagne „Let them be kids“ (auf Deutsch: „Lasst sie Kinder sein“). Dahinter steckte der Medienkonzern News Corp aus dem konservativen Murdoch-Firmenimperium.

Die Kommissionspräsidentin setzt an dieser Stelle nicht auf Fakten, sondern auf Emotionen. Über Kinder sagt sie weiter: „Ihre Seelen sind so empfindlich, ihre psychologische Verletzlichkeit ist so groß, psychische Wunden können sich auf das ganze Leben auswirken.“ Das ist korrekt – könnte aber ebenso ein Grund sein, junge Menschen nicht von sozialen Medien abzuschneiden, weil sie dort Gemeinschaft und Gleichgesinnte finden.

Im Vorfeld des australischen Social-Media-Verbots mahnte etwa die „Australian Psychological Society“: Ohne sinnvolle Alternativen könne der Entzug sozialer Medien eine Lücke ins soziale Leben junger Menschen reißen und Gefühle wie „Einsamkeit, Angst und Kummer“ erhöhen.

Vier Lücken in der Argumentation

Vier weitere inhaltliche Lücken stechen in von der Leyens Rede zum Social-Media-Verbot hervor.

Erstens: Die Kommissionspräsidentin sagt über Kinder: „Je mehr sie der digitalen Welt ausgesetzt sind, desto größer sind die Gefahren.“ Für diese Behauptung gibt es keine wissenschaftlichen Belege. Stattdessen zeigt die Forschung: Der Grad der Gefährdung lässt sich nicht anhand der Nutzungsdauer ablesen. Das geht auch aus dem Zwischenbericht der deutschen Jugendschutz-Expert*innen hervor, die im Auftrag des Familienministeriums den Forschungsstand zusammengefasst haben. Demnach sei es „entscheidend, nicht nur die Nutzungsdauer zu betrachten, sondern auch typische Nutzungsweisen sowie die Inhalte, denen Jugendliche ausgesetzt sind.“ Relevant seien demnach auch Persönlichkeit und Lebenslage junger Menschen.

Für eine im Frühjahr veröffentliche groß angelegte Studie hatten Forschende der Universität Manchester 25.000 Jugendliche zwischen 11 und 14 Jahren drei Schuljahre lang begleitet. Sie wollten wissen, ob die für Gaming und Social Media aufgebrachte Zeit ihrer psychischen Gesundheit schadet – und fanden darauf keine Hinweise.

Zweitens: Von der Leyen sagt, Kinder müssten die „Logik der sozialen Medien verstehen“ und „lernen, sich vor negativen Auswirkungen zu schützen und gleichzeitig die positiven Seiten zu nutzen“. Sie spricht von Lehrer*innen, „die Kindern helfen können, diese Kompetenzen von klein auf zu erwerben“. Mit einem Social-Media-Verbot ist das eher schwer zu vereinbaren: Kinder sollen demnach mehr digitale Kompetenzen aufbauen, obwohl die EU ihnen weniger Zugang zur digitalen Welt erlaubt.

Anders und schlüssiger argumentiert etwa der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Stefan Düll, in einer Stellungnahme vom Juni 2025. „Digitale Teilhabe ist Realität – und die muss man lernen, nicht verbieten“, schreibt er. Es könne nicht die Lösung sein, Jugendlichen „plötzlich mit dem 16. Geburtstag“ einen Zugang zu geben.

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Drittens: Von der Leyen wiederholt ihre teilweise falschen Aussagen über die Alterskontroll-App der EU. Sie sagt erneut, die App „funktioniert auf jedem Gerät“. Das ist falsch. Die App funktioniert derzeit nur auf iOS und Google-basiertem Android – nicht etwa auf MacOS, Windows oder Linux. Das führt zu einem Handy-Zwang und zur Abhängigkeit von US-amerikanischen Tech-Unternehmen.

Weiter sagt von der Leyen, die App „bietet die höchsten Datenschutzstandards der Welt“. Das ist irreführend. Zum Beispiel ist der anonyme „Zero Knowledge Proof“ laut offiziellen Spezifikationen der App keine Pflicht („shall“), sondern nur eine Empfehlung („should“). Das heißt: Es gibt höhere Standards – und sie stehen sogar in den Spezifikationen der App selbst.

Viertens: Über das Social-Media-Verbot in Australien sagt die Kommissionspräsidentin: „Wir können die Fortschritte sehen“. Weniger Kinder und Jugendliche hätten Konten in den sozialen Medien. Das ist irreführend. Selbst die zuständige Aufsichtsbehörde in Australien hat festgestellt, dass viele unter 16-Jährige noch immer ihre Accounts haben oder neue erstellen, und deshalb Untersuchungen gegen Tech-Unternehmen angekündigt.

Der Erfolg der Regelung lässt sich zudem nicht anhand der Anzahl gesperrter Accounts messen – sondern daran, ob sich das Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen verbessert. Das muss noch erforscht werden.

Räume sicherer machen, Minderjährige ausschließen

Ein großer Teil der Rede handelt von Tech-Regulierung, die nicht nur Minderjährige betrifft, sondern alle. Das ist schlüssig, denn nicht nur Minderjährige sind Gefahren im Netz ausgesetzt. Auch unter Erwachsenen gibt es viele vulnerable Gruppen.

Von der Leyen sagt: „Technologieanbieter sind für die Sicherheit ihrer Produkte und deren sichere Verwendung verantwortlich.“ Der kommende Digital Fairness Act soll etwa „Design-Praktiken adressieren, die auf Abhängigkeit abzielen und schädlich sind“. Die Kommissionspräsidentin kritisiert zudem Geschäftsmodelle, die Aufmerksamkeit „als Ware nutzen“, sowie Spiele für junge Männer, „die darauf ausgelegt sind, sie zu manipulieren, damit sie immer mehr Geld ausgeben“.

Viele Kritiker*innen eines Social-Media-Verbots dürften diesen Ausführungen zustimmen. Im Kern fordern sie, dass Regulierung Risiken direkt adressieren sollte – sichere digitale Räume für alle statt Ausschluss von Minderjährigen. Die Kommissionspräsidentin will offenbar beides: digitale Räume sicherer machen und trotzdem Minderjährige davon ausschließen. Das ist nicht schlüssig.

Auf einer Pressekonferenz in Brüssel hieß es vonseiten der EU-Kommission: Man werde auf die Empfehlungen des Expert*innen-Gremiums im Juni warten. Noch im selben Sommer könne ein Gesetzentwurf folgen. Zeit sei dafür genug, der Sommer ende schließlich erst am 21. September.

Über die Autor:innen

  • Sebastian Meineck
    Philipp Sipos

    Sebastian Meineck ist Journalist und seit 2021 Redakteur bei netzpolitik.org. Zu seinen aktuellen Schwerpunkten gehören digitale Gewalt, Databroker und Jugendmedienschutz. Er schreibt einen Newsletter über Online-Recherche und gibt Workshops an Universitäten. Das Medium Magazin hat ihn 2020 zu einem der Top 30 unter 30 im Journalismus gekürt. Seine Arbeit wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem zweimal mit dem Grimme-Online-Award sowie dem European Press Prize.

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10 Kommentare zu „Von der Leyen kommt eigenen Fachleuten zuvor und will Social-Media-Verbot“


  1. Postdemocracy

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    Von der Leyen möchte – als Vertreterin des neoliberal-autoritären EU-Systems, vor allem möglichst viel autoritäre Kontrolle sowie eine großkonzernfreundliche Politik.

    Social-Media-Verbote sind eine Form der Informations‑, Wissens- und Handlungskontrolle, wie sie die EU auch in anderen Bereichen vorantreibt.

    Altersverifikationen sind wiederum ein probates Mittel zur Einführung von digitalen Identitätskontrollen, die dann auch in anderen digitalen und analogen Bereichen zur Kontrollmacht durch Staaten und Konzerne gegenüber der Bevölkerung zur Anwendung kommen. Aufgrund moralisierender Propaganda als „Jugendschutz“ erscheinen sie besonders günstig zur Akzeptanzgewinnung vor dem großen „Function Creep“.

    Von der Leyens Machtposition und Handlungsmacht erlaubt es ihr, auch auf das Instrument von leicht durchschaubaren Falschaussagen zurückzugreifen (vgl. Trump), um Rechtfertigungen zu konstruieren. Denn diese werden nicht annähernd so kontrovers von einer apathischen oder moralistisch aufgestachelten Öffentlichkeit wahrgenommen und von einer EU-gewogenen Medienlandschaft nicht wirksam skandalisiert. Zudem zeigte sich die absolute Unangreifbarkeit Von der Leyens aber auch in Fällen, in denen durchaus Skandale entstanden. Das EU-System als solches hat diese autoritäre Machtposition ermöglicht und wurde in der letzen Wahl 2024 von den Wählenden und der Mehrheit der Parteien, ob Konservative oder Grüne, sogar legitimiert.


    1. Marvin

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      Nicht nur Frau von der Leyen.
      Am 9. Mai berichtete Heise: „Der Wissenschaftliche Dienst des EU-Parlaments stuft VPNs als Gefahr für den Jugendschutz ein und fordert Auflagen gegen das Umschiffen von Altersverifikation. “

      Setzt man die Puzzlesteinchen zusammen, die von verschiedenen Seiten zum „Schutz von Kindern“ oder Jugendlichen vorangetrieben werden, ergibt sich ein Bild, das Angst macht.


  2. Pranee

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    Ich bin immernoch für ein Social-Media-Verbot, alleine nur, damit Konzerne nicht mit unseren Daten und unserer Privatsphäre herumspielen und sie verkaufen.

    Doch so wie es ausschaut: Social Media verbieten ja, Daten schützen nein, Privatsphäre erst recht nicht und die Weichenstellung für eine Kontrolle der Bürger auf jeden Fall auf den Weg bringen.

    Meh. Komischer Geschmack. Will trotzdem Meta, Apple und Microsoft zerschlagen sehen.


  3. Anonym

    ,

    Überrascht jetzt bei Zensursula wirklich niemanden…


  4. Anonym

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    Diese Frau wird vermutlich erst Ruhe geben, bis das letzte Lebewesen der EU zu einem rundum überwachten Lebewesen wird.


    1. Freidenker

      ,

      Nicht nur sie, obwohl ich dir zustimme. Doch Zensursulas wie auch vormals Merkels SMS bleiben natürlich unangetastet, sonst könnte der Bürger ja.….alles verlogen und korrupt hoch zehn!


  5. Anonym

    ,

    Neben allem bereits gesagten: Woher kommt eigentlich dieses exorbitant idiotische Narrativ, dass eine Person mit Vollendung des 18. Lebensjahres plötzlich „reif“ genug für Social Media usw sei, aber eine Person mit z.B. 13- 17 Jahren nicht?
    Wenn eine 18 jährige (oder wie alt auch immer) Person vorher noch nie im Leben mit Social Media in Kontakt kam und auch keine Infos dazu erhalten hat, hat sie genauso wenig einen Plan von den möglichen Risiken wie eine minderjährige Person.

    Dass auch unwissende erwachsene Personen nicht vor möglichen Risiken gesichert sind, hat Chatgpt ja deutlich bewiesen.
    Wahrscheinlich sind Alterskontrollen bei KI-Anwendungen auch nur noch eine Frage der Zeit.


  6. Anonym

    ,

    Teil 1:

    Ich finde ein social Media Verbot für Minderjährige gut. Aus dem einfachen Grund dass Mobbing dann in der Schule endet und das Zuhause als Safe Haven dienen kann. Ja, nir ist auch bewusst dass das stark von den Zuständen zu Hause abhängt, aber das ändert social Media nicht.

    Die Art und Weise mit einer Alterskontrolle app halte ich für falsch. Selbst wenn die Daten sicher wären, werden jugendliche ab einem gewissen Alter/entwicklungsgrad Wege suchen diese zu umgehen. Im schlimmsten Fall laden sie eine App die zwar die Altersüberprüfung austrickst aber auch z.b. die Firewall des routers.

    Stattdessen sollte social Media wie Pornoseiten behandelt werden, d.h. wer nicht speziell danach sucht wird nicht fündig, früher haben auch Nachrichten Namen von entsprechenden Plattformen vermieden. Wenn sie das auch für social Media machen und mit einer „bist du 18“ Abfrage ergänzen, dann hält es zumindest die „braven“ Kinder ab. Ab einem gewissen Alter kommt der Selbstbestimmungsgedanke und dann gibt es eh keine vernünftigen Blockaden mehr.
    On top könnte man ein Bußgeld (vllt 50€) für Eltern einführen, wenn ihre Kinder trotzdem ein social Media Profil anlegen und das z.b. Lehrer mitbekommen. Das Bußgeld dient weniger der Bestrafung soll aber zu entsprechenden gesprächen zu Hause führen. Ab 14 könnte man auch einen begleiteten social Media Konsum einführen (Stichwort begleitetes Trinken)…

    .


  7. Anonym

    ,

    Teil 2

    Um social Media Kompetenz aufzubauen, sollte eine staatliche Platform für Minderjährige gebaut werden. Den Zugang erhält man über die Lehrkraft (um Pedos auszuschließen). Alle Nachrichten werden gelesen und ggf. freigegeben. Das Mitlesen wird auch klar kommuniziert und gelehrt. Egal wie der Inhalt auch ist, darf er nicht zur Strafverfolgung herangezogen werden (Vertraulichkeit des Wortes), stattdessen sollten nicht genehmigte Freigaben, je nach Schwere dem Schüler selbst oder der Lehrkraft mit geteilt werden. Eine Lehrkraft muss dann entscheiden ob Zuhause das Kindeswohl massiv gefährdet ist („mein papa hat mich heute wieder verprügelt“), der Unterricht angepasst werden muss („Meine Mama und sagt, die Erde sei eine Scheibe“).

    Ein weiterer Vorteil wäre, dass durch das Mitlesen, die Kinder auch besser auf das Mitlesen durch Meta und Konsorten vorbereitet werden.

    Dass Polizeibehörden an solchen Daten natürlich ein besonderes Interesse haben, ist leider klar und solange der Datenschutz in Deutschland und nicht die Informationsgier der Polizei, abgebaut werden, bleibt diese Plattform wohl Zukunftsmusik.


  8. Anonym

    ,

    Insbesondere bei Macron sollte man sich immer ins Gedächnis rufen, dass er (und seine Regierung) offenbar soziale/asoziale Medien als Gefahr für ihre Macht(basis) sehen, nicht umsonst wurde TikTok in der französischen Kolonie Neukaledonien während teils gewalttätigen Protesten gegen eine Wahlrechtsreform gesperrt, weil es das Kommunikationsmittel der Protestierenden war.
    Während die klassischen Medien eine große Machtkonzentration aufweisen (in Deutschland sind es ÖRR, Ippen, Springer, Funke, Bertelsmann, ProSiebenSat1, SWMH/Medien Union, Zeit, Burda sowie die Argenturen dpa, RND) und damit als Gatekeeper fungieren, ist das System in sozialen Medien sehr viel Durchlässiger (wenn auch immernoch sehr problematsich). Und diese Macht wird genutzt und mittels gezielter Auswahl von Themen und deren Beleuchtungspunkten die Meinung der Bevölkerung zu beeinflussen.

    Beispiele hierfür sind:

    Artikel 11/13 (Leistungsschutzrecht)

    Waffenlieferungen an die Ukraine (Umfragen haben, je nach Zeitpunkt, in DE ca eine 50/50 Positionierung zwischen Befürwortern und Gegnern dieser ergeben (https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1454716/umfrage/umfrage-zu-waffenlieferungen-von-deutschland-an-die-ukraine/), während die Medien sehr stark pro Waffenlieferungen waren

    Israels Vorgehen in Gaza, Westbank, Libanon, Syrien wird entweder ein Blanko-Scheck ausgestellt oder nicht berichtet

    Chatkontrolle

    Massenüberwachung

    Interessanterweise auch Pressefreiheit am Beispiel Radio Dreyeckland

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